Österreich
Das Kernland des Projekts: Nachweise seit 1987, erste Reproduktion 2007 im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel. Monitoring, Forschung und Statusberichte laufen laufend.
Zum Projekt ÖsterreichErfahren Sie mehr über die Biologie und Ökologie von Canis aureus.
Mit einer Schulterhöhe von 44 – 50 cm, einem Körpergewicht von bis zu 15 kg und einer Körperlänge von etwa 105 cm zählt der Goldschakal zu den mittelgroßen Karnivoren der Gattung Canis aus der Familie der Canidae. Sein Fell ist gelblich-grau (auch als rötlich beschrieben), im Bereich des Rückens und der Schwanzspitze dunkel und seitlich sowie an den Beinen goldfarben. Seine braune Gesichtsmaske wird von einer deutlichen weißen Zeichnung um das Maul und am Hals geprägt.
Das Trittsiegel des Goldschakals ähnelt dem eines großen Fuchses, jedoch sind die Mittelballen im unteren Teil verwachsen. Dies gilt sowohl für die Vorder- als auch für die Hinterextremitäten.
Der Goldschakal ist ein Nahrungsgeneralist und Opportunist, der sich sehr gut an Saison, Habitat und verfügbare Ressourcen anpassen kann. Hauptbeute sind kleine bis mittelgroße Säugetiere; ebenso Amphibien, Insekten, Fische, häufig Kadaver, pflanzliche Nahrung und anthropogene Nahrungsressourcen (in manchen Regionen Schlachtabfälle). In stark bejagten Gebieten nutzt er als Hauptnahrung zurückgelassenen Aufbruch oder Aas nicht gefundener Huftiere.
Die Ranzzeit im europäischen Raum liegt im Jänner und Februar. Die Fähe trägt ca. 61 – 62 Tage und wirft zumeist vier bis fünf Jungtiere (selten bis zu zwölf). In der Regel verbleibt ein Helfertier bei den Eltern, um bei der Pflege des nächsten Nachwuchses mitzuhelfen. Der zumeist dämmerungs- und nachtaktive Goldschakal lebt in einem flexiblen Sozialsystem, in dem die Partner ein Leben lang zusammenbleiben, ihr Territorium gemeinsam markieren und gemeinsam auf die Jagd gehen.
Der Goldschakal ist in seiner Lebensraumwahl flexibel. Er findet in reich strukturierter Agrarlandschaft ebenso wie in Feuchtgebieten gute Bedingungen und genügend Nahrung. Ausreichend Deckung und Versteckmöglichkeiten unter Tags spielen in Siedlungsnähe eine wichtige Rolle; in Schutzgebieten mit vielen Ruhezonen ist dies eher nebensächlich.
Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nordafrika über Asien bis nach Zentral-, Ost- und Südeuropa. Einer genetischen Studie von Koepfli et al. (2015) zufolge handelt es sich jedoch bei den afrikanischen und eurasischen Goldschakalen um zwei verschiedene Spezies. Der afrikanische Goldschakal ist demnach näher mit dem Wolf (Canis lupus) verwandt; vorgeschlagen wird die Differenzierung in „afrikanischer goldener Wolf“ (Canis lupaster) und „eurasischer Goldschakal“ (Canis aureus).
Seit 1987 gibt es vereinzelte Goldschakalnachweise in Österreich; 2007 wurde im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel die erste Reproduktion gemeldet. Eine Sammlung der bisherigen Nachweise wird pro Monitoringjahr in einem aktuellen Statusbericht dargestellt.
Quelle: Hatlauf, J., Krickl, R. (2025): Der Goldschakal – Lebenskünstler auf leisen Pfoten, Band 1. Aureus, 264 S. (www.aureus.co.at).
Der Goldschakal breitet sich in weiten Teilen Europas aus. Hier finden Sie Nachweise, Ansprechpartner und weiterführende Informationen aus verschiedenen Ländern.
Immer mehr Länder melden erste oder residente Goldschakal-Nachweise. Haben Sie einen Nachweis aus einem dieser Länder? Melden Sie ihn oder nehmen Sie direkt mit der jeweils genannten Stelle Kontakt auf.
Das Kernland des Projekts: Nachweise seit 1987, erste Reproduktion 2007 im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel. Monitoring, Forschung und Statusberichte laufen laufend.
Zum Projekt ÖsterreichIn Deutschland werden Vorkommen und Nachweise des Goldschakals bei der DBBW – der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf – zentral dokumentiert und aufbereitet.
dbb-wolf.de – GoldschakalBislang nur Einzeltiere, eine Reproduktion wurde noch nicht dokumentiert. Der erste Fotonachweis gelang 2011/12 im Luchs-Monitoring der Nordwestalpen; seither nehmen die Meldungen zu. Die Art ist über das eidgenössische Jagdgesetz geschützt, das Monitoring koordiniert die Stiftung KORA.
KORA – GoldschakalAusbreitung seit den 1980er-Jahren; den Kern bilden reproduzierende Vorkommen im Nordosten (Friaul-Julisch Venetien), von wo die Art langsam nach Süden vordringt. National ist der Goldschakal nach dem Jagd- und Artenschutzgesetz (L. 157/92) streng geschützt und nicht jagdbar; EU-weit steht er in Anhang V der FFH-Richtlinie.
Lapini et al., Natural History SciencesEin mitteleuropäischer Langzeitfall: Erste Schakale erreichten das Land schon vor über 70 Jahren, seit den 2000ern ist das Vorkommen dauerhafter, und im Grenzraum zu Italien sind stabile Familiengruppen belegt – die Art gilt als etabliert und reproduzierend. Der Rechtsstatus wechselte mehrfach; seit rund 2014 wird sie als Wild bejagt, bleibt aber zugleich auf der Artenschutzliste.
Potočnik, Krofel et al., Mammal ResearchEine der stärksten Goldschakal-Populationen Mitteleuropas. Der erste moderne Reproduktionsnachweis datiert auf 1995; seither wuchs der Bestand rasch und besiedelt heute einen Großteil des Landes, zuletzt mit Anzeichen einer Stabilisierung. Die Art wird jagdlich genutzt; die zentral erfassten Jagdstrecken sind die wichtigste Trend-Datengrundlage.
Bijl & Csányi et al., PLOS ONE 2024Heute dauerhaft etabliert. Die früheste Angabe stammt von 1947, der erste moderne Nachweis von 1989 im Südosten nahe der ungarischen Grenze; seither nahmen Bestand und Verbreitung landesweit deutlich zu. Rechtlich wurde die Art 2001 als Wild mit Schonung eingestuft und ist seit 2009 bejagbar.
Slamka et al., Canid Biology & ConservationDie Nachweise häufen sich, und es gibt bereits erste Reproduktionen: nach einem frühen Einzelnachweis 2006 die erste dokumentierte Fortpflanzung 2017 bei Milovice (Mittelböhmen), ein zweiter Bruthinweis 2022 südlich von Prag. Die Ansiedlung steht damit am Anfang und ist noch von Einzelvorkommen geprägt; EU-weit fällt die Art unter die FFH-Richtlinie.
Strnad et al., Lynx n. s. 2023Eine Zusammenfassung der Sichtungen in Dänemark und eine aktuelle Nachweiskarte (2015–2018) werden von Mogens Trolle (Natural History Museum of Denmark, University of Copenhagen) bereitgestellt.
Sichtungen in DänemarkErster Nachweis im Fürstentum: Am 12.3.2018 tappte in Ruggell ein Goldschakal in die Wildkamera – nach bestätigten Nachweisen in der Schweiz, Deutschland und Österreich nur eine Frage der Zeit. Presseaussendung des Amtes für Umwelt.
Bericht Liechtensteiner VaterlandInformationen zur Goudjakhals bei der Zoogdiervereniging und bei „Wolven in Nederland“; dazu zahlreiche Nieuwsberichten seit dem ersten Nachweis 2016.
zoogdiervereniging.nlErster Nachweis in Finnland – ein Bericht des öffentlich-rechtlichen Senders Yle dokumentiert das Ereignis.
Bericht auf yle.fiBisher keine gesicherten Nachweise – ein Auftauchen der geschützten Art ist jedoch jederzeit möglich. Beobachtungen bitte (möglichst mit Foto) an die Administration de la nature et des forêts: fauna@anf.etat.lu.
Broschüre „Der Goldschakal in Luxemburg“Erster bestätigter Nachweis aus dem Sommer 2020 (bekannt geworden im Februar 2021) bei Lakselv im Norden des Landes.
Bericht auf nrk.noWir sind sehr an nationaler und internationaler Kooperation interessiert – verbinden wir unsere Forschung! Gerade in den Grenzregionen hat die Zusammenarbeit viel bewegt: In bilateralen Projekten mit Ungarn und der Slowakei wurden systematische Erhebungen durchgeführt, und internationale Projekte ermöglichen den fachlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg.
Sie forschen zum Goldschakal in Ihrem Land oder möchten kooperieren? Lassen Sie es uns wissen – gerne nehmen wir Ihren Link oder Ihr Logo hier auf.
Wie gut kennen Sie den Goldschakal? Drei Stufen – Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis – mit je zehn Fragen, jeweils eine Antwort ist richtig.
Quiz startenHelfen Sie der Forschung mit Ihrer Beobachtung – jeder Nachweis zählt.
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